NATURA 2000-Station

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Logo der Natura 2000 Station “Thüringer Wald”

Die Natura 2000-Stationen sind regionale, nicht-staatliche Einrichtungen des Naturschutzes in gemeinnütziger Trägerschaft und arbeiten eng mit der Verwaltung, den betroffenen Landnutzern sowie weiteren Akteuren vor Ort zusammen. Natura 2000 bildet ein EU-weites Netz von Schutzgebieten.

Thüringen verfügt über 212 FFH Gebiete, 35 Punkthafte FFH Objekte und 44 Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 ha, etwa 17 % der Thüringer Landesfläche. Um die langfristige Sicherung des Europäischen Naturerbes in Thüringen zu gewährleisten, betreuen und managen die Stationen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 lokale Arten und Lebensräume.
In Thüringen gibt es derzeit 11 Natura 2000 Stationen. Die ersten haben im April 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Die personelle Ausstattung der Stationen wird durch das Thüringer Umweltministerium gefördert. Die Finanzierung soll über eine Zuwendung in Form der Projektförderung für den Zeitraum 2016/2017 bis einschließlich 2020 erfolgen.

Vielfältige Räume

Vielfältige Räume

Aufgaben von Natura 2000

  • Defizitanalysen und Prioritätensetzung bei der Entwicklung von NATURA 2000-Gebieten
  • Umsetzung von FFH-Fachbeiträgen und -Managementplänen (MaP) und anderen Fachplanungen (PEPL, Gutachten)
  • Naturschutzfachlicher Austausch mit UNBs, TLUG, Verwaltung nationaler Naturlandschaften, fachlichen Kooperationspartnern, ehrenamtlichem Naturschutz  und Artenspezialisten
  • Akquise von Finanzmitteln für Pflege- und Artenschutzmaßnahmen (ENL, SNT…)
  • Naturschutzfachliche Beratung von Landwirten und weiterer Flächennutzer
  • Organisation der vorgeschlagenen bzw. abgestimmten Erstpflegemaßnahmen
  • Sensibilisierung von Eigentümern und Nutzern gegenüber NATURA 2000
  • Information über die Chancen von NATURA 2000 für Eigentümer, Nutzer und die Region
  • Stärkung der Bekanntheit und Akzeptanz der Öffentlichkeit von und gegenüber NATURA 2000

Ein aktuelles Projekt, welches durch Natura 2000 betreut wird, ist der Pechgrund.

Für den Erhalt der Bergwiesen und zum Schutz vieler Tiere und Pflanzen, wird der Verbuschung mit Schafen und Maschinen entgegengewirkt.

Für den Erhalt der schwierig zu bewirtschaftenden Bergwiesen und zum Schutz vieler Tiere und Pflanzen, wird der Verbuschung mit Schafen und Maschinen entgegengewirkt.

Station Thüringer Wald

Im August 2017 wurde die Natura 2000 Station auf den Höhen des Thüringer Waldes in Friedrichshöhe eröffnet. Die feierliche Einweihung fand auf einer Bergwiese bei Schönbrunn durch Umweltministerin Anja Siegesmund statt.
Die Station wird durch die drei Biologen Tamara Kappler, Bastian Frank und Bernd Rether besetzt. Aufgrund der hohen Ausdehnung des Verantwortungsbereiches von Eisenach bis Sonneberg dient die Station “Alte Warth” als Außenstelle. Träger ist der Landschaftspflegeverband Thüringer Wald e.V. Der gemeinnützige Verein wurde 1990 gegründet und hat seinen Sitz in Friedrichshöhe.
Die Natura 2000 Station “Thüringer Wald” steht im Zeichen der Arnika.

(v.l.n.r.) Tamara Kappler, Bernd Rether und Bastian Frank mit dem Natura 2000 Schild der Station

Arnika

Die Mittelgebirgsregion Thüringer Wald zählt zu den Refugiallebensräumen der inzwischen selten gewordenen Arnika. Diese ist auf spezielle Standortbedingungen angewiesen. Vegetationslücken und Offenbodenstellen werden jedoch durch Nutzungswandel und Nährstoffeintrag zunehmend seltener und verhindern dadurch ihre Ausbreitung. Die Arnika ist auf die artgerechte Pflege ihrer Lebensräume angewiesen. Denn mit der Arnika werden nicht nur ihre Lebensräume, sondern auch viele andere Tier- und Pflanzenarten verschwinden.

Die Arnikapflanze

Die Arnikapflanze

Lebensraum und Landschaft

Der Thüringer Wald ist neben dem hohen Waldanteil durch tiefe, oft enge Täler, eingestreute Bergwiesen, verschieden bewirtschaftetes Weidegrünland, aber auch (teils ehemalige) Ackerterrassen und Hochmoorflächen, vor allem in der Kammregion, gekennzeichnet. An der Südwestabdachung im Zechsteingebiet gibt es wertvolle Kalkmagerrasen mit eingeschlossenen Kalkflachmooren, die landesweite Bedeutung haben.
Weitere Lebensräume sind beispielsweise:

  • artenreiche Borstgrasrasen
  • Auenwälder mit Erle, Esche und Weide
  • Berg-Mähwiesen
  • bodensaure Fichtenwälder
  • nicht touristisch erschlossene Höhlen
  • trockene Heiden
  • Fließgewässer mit flutender Wasserpflanzenvegetation
  • natürliche nährstoffreiche Stillgewässer
  • Schlucht- und Hangmischwälder
  • Silikatfelsen und ihre Felsspaltenvegetation
Die Bergwiesen sind artenreich und unterscheiden sich stark in ihren Eigenschaften.

Die Bergwiesen sind artenreich und unterscheiden sich stark in ihren Eigenschaften.

Wichtige Bewohner des Thüringer Waldes sind unter anderem Uhu, Schwarzstorch, Eisvogel, Auerhuhn, Mopsfledermaus, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Hirschkäfer, Kreuzkröte und Kammmolch.

Ein Uhu, eine Geburtshelferkröte, eine Kreuzkröte und Graugänse.


Tabelle FFH
Kontakt
E-Mail: thueringer-wald@natura2000-thueringen.de

NATURA 2000-Station „Thüringer Wald“ (Standort I – Sachsenbrunn)
Frau Tamara Kappler
Rennsteigstraße 18
98678  Sachsenbrunn, OT Friedrichshöhe
Telefon: 036704/80597

NATURA 2000-Station „Thüringer Wald“ (Standort II – Alte Warth)
Herr Bernd Rether/ Herr Bastian Frank
Naturschutzzentrum „Alte Warth“
36433 Moorgrund OT Gumpelstadt
Telefon: 03695/840247